Förderer der Straßensozialarbeit

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Arbeitsgelegenheiten zur Aktivierung, Motivierung und Qualifizierung benachteiligter Menschen

1. Ziel der Maßnahmen
Ziel der Maßnahmen ist es, Jugendliche und Erwachsene mit besonderen sozialen Schwierigkeiten durch „passende“ niedrigschwellige Arbeits- und Qualifizierungsangebote an die Anforderungen des 1. Arbeitsmarktes heranzuführen. Dabei geht es neben der Vermittlung der klassischen Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit und regelmäßige Teilnahme insbesondere um das Trainieren von Ausdauer und Durchhaltevermögen, Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein sowie Kritik- und Konfliktfähigkeit.

2. Zielgruppe
Zielgruppe sind Menschen, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, über ein annähernd durchschnittliches intellektuelles Leistungsvermögen und eine gewisse Ausdruckfähigkeit verfügen, aufgrund sozialer Umstände mit Sucht-, Verhaltens-, Motivations-, Orientierungs- oder besonderen Migrationsproblemen belastet sind, eine Berufsausbildung oder Integration in Arbeit anstreben und hierzu besondere Unterstützung benötigen.

3. Einsatzfelder und mögliche Arbeitsinhalte
Zurzeit gibt in folgenden Projekten Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten: Frühstücks- und Mittagstisch (Teestube und Küche der Straßensozialarbeit), Kleiderkammer, Hausrats- und Möbellager, Fahrradwerkstatt (außer in den Wintermonaten), Recycling von Altpapier und -metall, Internetauktionen, Transporte und Dienstleistungen. Je nach Interessen und Voraussetzungen gibt es die Möglichkeit weitere Einsatzbereiche einzurichten bzw. alte zu aktivieren. Dazu gehören u. a. der Wäscheservice und die Betreuung der Duschen, Hausmeistertätigkeiten, allgemeine Hofpflegearbeiten, die Bücherkammer sowie der Büro- und Verwaltungsbereich. Ggf. können besondere Einsatzfelder im Rahmen der sozialen Arbeit, im EDV-Bereich, der Öffentlichkeitsarbeit oder im „Laden“ geschaffen werden.
In der Teestube und angeschlossenen Küche können die Zubereitung von Speisen und die Essensausgabe trainiert werden. Die Tätigkeiten in der Kleiderkammer, im Hausrats- und Möbellager und der Bücherkammer beziehen sich vor allem auf das Sortieren, Lagern und Verkaufen von Spenden. Zu den Aufgaben in der Fahrradwerkstatt gehören das Sichten der Fahrradspenden, die Demontage defekter Fahrräder, das Lagern der Einzelteile, der Verkauf und die Unterstützung der Kundschaft bei einfachen Reparaturen. Mit Recycling von Altpapier und -metall ist das Weiterleiten von Papier- und Metallabfällen gemeint. Bei der Altpapier-verwertung geht es um das Aussortieren papierfremder Stoffe, die Trennung nach Papier und Pappe und die Bedienung der Papierpresse. Bei der Altmetallverwertung werden nicht mehr gebrauchsfähige Elektro- und Elektronikgeräte zerlegt und noch gebrauchsfähige Teile ausgebaut. Im Projekt Internetauktionen werden folgende Arbeitsbereiche unterschieden: Informationsbeschaffung über die zu verkaufende Ware, Erstellung von Produktbeschreibungen, Anfertigen von Digitalfotos, Auswahl des Verpackungsmaterials, Versenden der Waren und Einstellen in die Internetauktion. Eine besondere Herausforderung (und Freude) stellen die Kontakte mit Kundschaft aus anderen Ländern dar (Schriftverkehr oder Anrufe aus Belgien, Holland, Amerika, Japan etc.). Die Tätigkeiten im Projekt Transporte und Dienstleistungen reichen je nach Auftrag von Wohnungsentmüllungen über Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen bis hin zum Ausbau von Inneneinrichtungen aus Gebäuden nicht kommerziell arbeitender Institutionen und dem Abholen von Spenden.
Die genauen Arbeitsinhalte werden gemeinsam mit den Einzelnen erarbeitet bzw. erprobt und je nach individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten angepasst und ggf. verändert. Steht das Erlernen sozialer Kompetenzen (z. B. Konfliktfähigkeit) im Vordergrund, werden Aufgaben definiert und die Verantwortung für ihre Durchführung auf Einzelne übertragen.

4. Umfang und Verteilung der Arbeitszeit
Die Arbeitszeit beträgt 30 Wochenstunden. Die Verteilung der Arbeitszeit ist für die Zeit von 8.00 bis 14.00 vorgesehen, je nach den Möglichkeiten des Einzelnen bzw. den Einsatzbereichen können aber auch andere Arbeitszeiten vereinbart werden. Qualifizierungen sind in der Arbeitszeit enthalten und werden je nach Bedarf und Voraussetzungen angeboten.

5. Betreuung und mögliche Qualifizierungen
Die Betreuung und Qualifizierung erfolgt weitestgehend durch die jeweilige Anleiterin bzw. den Anleiter. Für Fragen und Beratungen, die das Wohnen oder andere besondere soziale Probleme betreffen, sind die Fachkräfte der Straßensozialarbeit zuständig. Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungen gewährleistet die dafür zuständige Kraft des Vereins.
Im Rahmen der Qualifizierung werden bei Bedarf u. a. individuelle Einführungen in die Grundlagen der EDV oder Internetrecherche, das Sortieren und Präsentieren von Waren, das rückengerechte Heben und Tragen von Gegenständen und den angemessenen Umgang mit anderen Menschen (insbesondere mit Spenderinnen und Spendern) durchgeführt. Grundsätzlich werden Hilfen beim Erwerb/Wiedererwerb des Führerscheins oder bei der Verbesserung/Vertiefung der Kenntnisse in Rechtschreibung und im Rechnen gegeben. Werden Praktika als sinnvoll erachtet, werden diese im Rahmen der Qualifizierung durchgeführt.

6. Eignung als Träger von Zusatzjobs
Bei dem Träger „Förderer der Straßensozialarbeit e.V.“ handelt es sich um einen gemeinnützigen und mildtätigen Verein, welcher u. a. AB-Maßnahmen für Rehabilitanden durchführt.

7. Öffentliches Interesse/Gemeinnützigkeit und Zusätzlichkeit/Wettbewerbsneutralität
Die Arbeitsgelegenheiten liegen im öffentlichen Interesse, da sie unmittelbar den Interessen der Allgemeinheit dienen und das Ergebnis der Arbeit dem Klientel der Straßensozialarbeit sowie anderen besonders benachteiligten Personengruppen zu Gute kommen. Gemeinnützig und zusätzlich sind sie, weil sie für diese Zielgruppen sonst nicht angeboten werden. Die Wettbewerbsneutralität ist gegeben, weil Unternehmen kein Interesse an diesen „Dienstleistungsbereichen“ haben.


Konzept (aktualisierte Fassung) 10.02.2009